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Thema des Tages
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Thema des Tages von Gestern den 27.09.2026 - (neu um 11 Uhr) |
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Wetter aktuell
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Wetter aktuell
Tag der Flüsse
Wer in Flussnähe wohnt, der sieht jeden Tag, wie wenig Wasser in den Flüssen derzeit vorhanden ist. Grund dafür ist der seit Wochen ausbleibende flächige und ergiebige Regen. An größeren Flüssen musste die Schifffahrt stark eingeschränkt werden, kleinere Flüsse sind teils nur noch Rinnsale.*
Seit März gab es im Deutschlandmittel keinen Monat mehr mit ausreichendem Niederschlag. Der langjährige Klimamittelwert (Referenzjahre 1991 bis 2020) wurde mit dem Monat August sechs Mal in Folge unterboten. Regional sieht es zwar in den einzelnen Monaten auch anders aus, das Grundproblem bleibt aber bestehen: Es regnet zu wenig in der Fläche. Die Gewitter im Sommer oder die Stauniederschläge im Frühjahr an den Alpen und Mittelgebirgen sorgten nur auf wenigen Quadratkilometern und nur für kurze Zeit für eine Entspannung der Trockenheitslage. Sehen wir uns die gefallenen Niederschläge im Frühjahr 2026 an. Aus Messwerten aller Stationen des Deutschen Wetterdienstes werden jeden Monat Summenkarten zum Niederschlag erstellt. Auch nach jeder Jahreszeit werden die Niederschlagsmengen aufsummiert. Neben der tatsächlichen Niederschlagshöhe (links im nachfolgenden Bild) kann man auch immer die Abweichung vom langjährigen Mittel ansehen (rechts im nachfolgenden Bild).
Dabei fällt für das Frühjahr (Bild oben) der besonders trockene Süden und Osten auf, wo teils weniger als 75 Liter pro Quadratmeter fielen. Das entspricht nur gut 50 Prozent des klimatologisch normalen Niederschlags. Im Sommer (Bild unten) verschiebt sich die Trockenheit in den Westen und Südwesten des Landes. Mengenmäßig ist zwar im Sommer mehr Niederschlag gefallen als im Winter, die Abweichung von der Klimanorm beträgt dennoch gut minus 50 Prozent.
Betrachten wir die Abweichung der aktuell herrschenden Bodenfeuchte in den oberen Erdschichten (bis 60 cm Tiefe) zur Referenzperiode von 1991 bis 2020, so fällt vor allem der Süden und Südwesten mit tiefbrauner Farbe auf. Die Abweichung der Bodenfeuchte liegt in diesen Regionen bei unter -50 Prozent. Die Böden sind demnach halb so feucht, wie sie es im Mittel in den Jahren 1991 bis 2020 waren.
Es wundert also nicht, dass die Flüsse wenig Wasser führen. Auf den Seiten der Hochwasserzentralen sieht man vermehrt Pegel mit Niedrigwasser. Egal ob in Mecklenburg-Vorpommern, Hessen oder Baden-Württemberg - Begriffe wie "mittleres Niedrigwasser" dominieren die Karten.
Ein Blick in die Wetterkarten verheißt für die kommenden Tage auch keine Besserung. Flächiger Niederschlag ist vorerst nicht in Sicht. Stattdessen überwiegen Sonnenschein und spätsommerliche Wärme. Erst nach Wochenmitte bringt eine Front Regen in die Westhälfte Deutschlands. Regional könnte dieser im Nordwesten und Westen auch kräftig ausfallen und die Dauerregenschwellen überschreiten. Nach Osten kommt die Front jedoch nicht, Hoch Arno stellt sich wie ein Bollwerk dagegen und lässt sie über der Mitte Deutschlands verhungern. In weiterer Folge deutet sich bereits wieder hoher Luftdruck und damit mehrheitlich trockenes Wetter an.
Dipl.-Met. Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 27.09.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
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Thema des Tages - Gestern
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Thema des Tages von Vorgestern den 26.09.2026 |
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Wetter aktuell
Ungewöhnlicher warmer Altweibersommer
Sehr warmes Wetter mit rekordverdächtigen Höchsttemperaturen erwartet uns in einigen Landesteilen in den kommenden Tagen. Worin liegt die Ursache für dieses fulminante Spätsommer-Comeback und wie lange hält diese sehr warme Witterung an?
Aktuell erstreckt sich eine Hochdruckbrücke von Westeuropa über Mitteleuropa bis nach Russland. Dabei ist die zuvor eingeflossene Luftmasse subpolaren Ursprungs zur Ruhe gekommen und in den bereits sehr langen und klaren Nächten sanken die Temperaturen deutlich ab. So kam es auch in der vergangenen Nacht stellenweise wieder zu Bodenfrost. Vereinzelt gab es sogar Luftfrost. Am kältesten wurde es dabei in einigen Tallagen der Mittelgebirge. Im Nordwesten des Landes und auf den Bergen der Mittelgebirge blieb es dagegen deutlich milder. Grund für die höheren Temperaturen auf den Bergen war eine markante Temperaturinversion im Südwesten, die sich über Nacht gebildet hatte. Im Nordwesten zogen dagegen hohe Wolken auf, die sich auf der Vorderseite eines von Westen herannahenden Troges entwickelten. Dieser Trog schwenkt am heutigen Samstag über Dänemark hinweg nach Südskandinavien. Damit verbunden ist ein Tief in Bodennähe, dessen Kaltfront allerdings kaum vorankommt und von einem sich von Westen heranrückenden Höhenrücken überlagert wird. Somit fällt auch im Norden und Nordwesten nur stellenweise etwas Regen. In den restlichen Landesteilen zeigt sich die Sonne häufiger, im Süden scheint sie dort sogar ungestört von früh bis spät. Mit dem Zustrom sehr warmer Luftmassen aus Südwesteuropa steigen die Temperaturen im Vergleich zu den Vortagen weiter an. So werden in der Südwesthälfte Spitzenwerte von 23 bis 29 Grad erwartet. Entlang des Oberrheins sind örtlich auch bis zu 30 Grad möglich. Am Sonntag dehnt sich der Höhenrücken langsam weiter in Richtung Osteuropa aus. Damit verbunden ist eine Hochdruckzone am Boden, die sich von Russland bis nach Mitteleuropa erstreckt, womit die Strömung auf südliche Richtungen dreht. Dadurch werden subtropische Luftmassen herangeführt. Bei Temperaturen von 10 bis 16 Grad in 1,5 Kilometern Höhe und bis zu 32 Grad am Oberrhein in Bodennähe sind Dekadenrekorde an einzelnen Stationen durchaus wahrscheinlich. Möglicherweise könnte sogar der höchste deutschlandweite Dekadenrekord von 32,2 Grad, gemessen am 21.09.2018 im sächsischen Klipphausen-Garsebach, erreicht werden. Und auch in der kommenden Woche bleibt uns das überwiegend freundliche und sehr warme Spätsommerwetter erhalten. Zu Wochenbeginn entwickelt sich über dem östlichen Atlantik ein kräftiges Sturmtief. Dieses Sturmtief verlagert sich aufgrund eines kräftigen, blockierenden Hochs über Skandinavien bis zur Wochenmitte nach Nordwesten in Richtung Island. Dabei wird ab Dienstag erneut ein Schwall sehr warmer Luft subtropischen Ursprungs über West- und Mitteleuropa nach Norden geführt. Damit sind am Dienstag und Mittwoch auch in den Niederungen im Westen örtlich Temperaturen bis zu 30 Grad möglich. Somit sind dort und vor allem im Südwesten des Landes mehrere Tage mit Höchsttemperaturen um 30 Grad möglich. Erst in der zweiten Wochenhälfte könnte es von Westen her zu einer sukzessiven Abkühlung kommen. Dann sind auch zumindest vorübergehend schauerartige Niederschläge und einzelne Gewitter möglich. Am besten stehen die Chancen auf signifikante Niederschlagsmengen in der Westhälfte des Landes. Allerdings nehmen gleichzeitig die Unsicherheiten in der Modellwelt deutlich zu. Somit bleibt abzuwarten, ob auf die spätsommerliche Wetterepisode auch nennenswerte Niederschläge folgen. Eines steht aber fest: Der Sommer scheint sich auch Ende September noch nicht ganz geschlagen zu geben!
M.Sc.-Met. Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 26.09.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
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